15.10.2003 Sind Fußballprofis wirklich Huren?
Ja, auch am Balkan hat mich die Nachricht der blau-weißen Einkaufstour an der Weser wie ein Donnerschlag getroffen. Warum eigentlich? Also, ich mag Werder Bremen irgendwie, zumindest seit Otto der Selbstgerechte nicht mehr dort ist. Die spielen oft schönen Fußball und dieser kleine Dicke ... wunderbar ihm zuzusehen, oft ... meistens. Außerdem mag ich den Trainer. So was von trocken der Typ, herrlich. Klaus Allofs mochte ich als Spieler und fand es immer ärgerlich, dass er in der Nationalmannschaft (ähnlich wie Hansi Müller) nie auf seiner angestammten Position spielen durfte. Aber das ist ja nun wirklich Schnee von vorgestern. Zurück zur Gegenwart, die nun mal so ist wie sie eben ist. Rudi (hol mir ma’n Bier) Assauer stand unter Zugzwang und ging dann mal eben zum Angeln nach Bremen. Schlimm für Werder, vor allem der Zeitpunkt, an dem es bekannt gegeben wurde. Ich fürchte, bis zur Winterpause ist das erledigt. Aber Kopf hoch, liebe Werder-Anhänger, jeder ist zu ersetzen, auch Toni. Außerdem sollen sich die Bremer Verantwortlichen jetzt nicht aufführen wie eine betrogene Ehefrau. Wenn sie es nicht hinkriegen die Verträge mit 2 Leistungsträgern rechtzeitig zu verlängern und deren Berater diese dann schon überall anbieten, wollten die Spieler wohl auch nicht mehr länger an der Weser bleiben. Zum Kotzen natürlich so Sprüche von Ailton wie: "Ich liebe Werder Bremen"! Aber er ist Brasilianer, die denken sowieso anders und tragen meist das Herz auf der Zunge, oder was auch immer. Aber wer hat nicht schon mal jemandem ins Ohr gehaucht; "Ich liebe Dich", während er mit Stielaugen der gerade vorbeischwebenden langbeinigen Versuchung hinterher geschaut hat?
Ich weiß nicht mehr wer es war, irgendein Großer des internationalen Fußballs sagte vor ein paar Jahren: "Es widert mich an, wenn die Spieler nach einem Tor das Vereinswappen auf dem Trikot küssen. Im Jahr darauf küssen sie ein anderes." Nun, hat nicht jeder Mensch das Recht mit mehr als einer/einem Geliebten einmal das Bett/Stadion zu teilen? Wenn es noch dazu so gut bezahlt wird? Wobei ich der festen Überzeugung bin, dass Geld nicht der entscheidende Faktor ist. Ein Ronaldo wird sicher in Mailand so viel verdient haben, dass er es kaum ausgeben konnte. Aber bei Real, mit all den anderen Größen und vor allem in einer extrem offensiven Ausrichtung spielen zu können, muß ihn einfach gereizt haben. Genauso wird sich Ailton denken, dass er jetzt in einem absoluten Tempel des Fußballs spielen kann und noch dazu im Winter ein Dach über dem Kopf haben wird. Auch dem jungen Dede kann man es nicht verdenken, dass er bei der Anfrage aus Barcelona mehr als schwach geworden ist. Allerdings wäre der BVB schön blöd gewesen einen seiner absoluten Leistungsträger zu verkaufen, zumal in der momentanen Situation.
Insgesamt sehe ich die Zukunft der Bundesliga nicht gerade schwarz. Wegen der WM 2006 bekommen noch einige Vereine endlich richtige Stadien. Allerdings bräuchten sie z.B. in Köln und Frankfurt noch die zum Stadion passende Mannschaft, was ja in Hannover schon zu klappen scheint. Leider gehört z.B. Mönchengladbach nicht dazu, die hätten das schon seit 30 Jahren verdient. In Berlin wird leider diese Ausgeburt der 30er Jahre Hässlichkeit nicht verschwinden.
Die meisten Klubs arbeiten relativ solide und auch in Südamerika hat es sich inzwischen herumgesprochen, dass in Old Germany ordentlich und vor allem pünktlich bezahlt wird. Also werden wir immer wieder neue Elbers, Ze Robertos und Ailtons zu sehen bekommen, was ja den Spaßfaktor gleich deutlich erhöht. Sogar in Wolfsburg tanzen sie inzwischen Samba und vielleicht, irgendwann in diesem Jahrzehnt, werden sie dort, ähnlich wie in Leverkusen, mal so schönen Fußball spielen, dass es auch Menschen interessiert, die nicht bei VW arbeiten.
Übrigens findet die Europameisterschaft 2008 ja in Österreich und der Schweiz statt. Ein Segen für die Österreicher, die sich normal ja dafür kaum qualifizieren könnten. Die einzige Sorge, die man hierzulande hat, ist, dass man es auch bis dahin nicht schafft eine gute Mannschaft zu haben. Diese Aufgabe wurde zunächst einmal einem gewissen Herrn Johann K. übertragen, so sich sein Team in der nächsten WM-Qualifikation nicht total blamiert. Erinnert sich in Deutschland noch jemand an den, mal abgesehen von den Fans der Düsseldorfer Fortuna (Europapokal der Pokalsieger, Barcelona), oder der Namensschwester aus der Kölner Südstadt? Nicht? Gut so! Denn hier wird noch allzu gerne das Wort "Cordoba" in den Mund genommen und ich finde es faszinierend, dass ein Fußballspiel einen Komplex bei einem ganzen Volk hinterlassen kann, das dieses Spiel noch dazu gewonnen hat. Also eigentlich ja nicht das Volk, sondern die Nationalmannschaft, mit eben jenem Herrn K.
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Autor: Udo "herzlichst" Danier | Anmerkungen? Kritik? Ab ins Forum |
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