28.07.2004 Formcheck auf Schalke / Interview mit Assauer

Spott-Bild: Herr Assauer, die Schalker Varela, Rodriguez und Poulsen haben international gute, wenn nicht überragende Turniere gespielt. Was erwarten Sie von diesen Spielern?

Assauer: Sie müssen unbedingt wieder die Form der letzten Saison erreichen, und das werden sie mit unserer Hilfe auch schaffen.

SB: Von Spitzenleistungen zum gewohnten Herumgestolpere, wie kann das in der kurzen Vorbereitung noch bewältigt werden?

Assauer: Der Trainerstab hat für die Nachzügler natürlich schon spezielle Trainigspläne erstellt. Stockfehler, unsinnige Tacklings und das völlige Verlernen der Laufwege stehen da natürlich ganz oben.

SB: Aber dennoch: Ist damit nicht eine ungewollte Leistungssteigerung möglich?

Assauer: Die Gefahr sehe ich nicht, auch wenn man das nicht völlig ausschließen kann. Unsere Südamerikaner sind hier doch null integriert, die kommen schon von ihrer "Wolke Sieben" runter. Wir können sie ja auch immer noch auf die Bank setzen, auf unpassenden Positionen spielen lassen und zur Not zu den Amateuren abschieben.

SB: Aber Transfer-Erlöse würden im Falle eines Wechsels immer noch drohen...

Assauer: Das machen wir wie bei Mpenza und Agali, da haben wir Erfahrung. Wenn man solche Spieler über Monate als disziplinlos, faul und arrogant darstellt, bekommt man sie zu einem Schleuderpreis los. Da hilft uns auch die schwache Finanzlage vieler Vereine.

SB: Die Schalker Finanzlage ist ja auch nicht rosig. Viele monieren, dass zuletzt in die Mannschaft investiert wurde, statt weiter sinnlos irgendwelche Gebäude zu bauen!

Assauer: Man muss uns Zeit lassen. (ernst) So gut ist die Mannschaft doch auch nicht, da übertreibt die Presse stark. Die Einzelspieler für sich sind vielleicht Bundesliga-Spitze, doch in der Summe wird allerhöchstens Mittelmaß herausspringen, da kann ich die Kritiker beruhigen. Und zu den unsinnigen Bauvorhaben: Der Schalker Zeppelin-Hangar ist in Planung, ein spezielles Michael Prus-Museum auf sieben Etagen wird bald folgen.

SB: Ist es aber keine Gefahr, einen Top-Torjäger wie Ailton zu holen?

Assauer: Wir haben uns das genaustens überlegt, das können Sie mir glauben. Ailton braucht Steilpässe in den freien Raum, und genau die bekommt er bei uns halt nicht. Wer soll die denn spielen? (lacht) Den bekommen wir schon in den Griff!

SB: Aber eine Doppelspitze Ailton / Glieder schien Ihnen unmöglich?

Assauer: Da wäre die Torvermeidung schwierig geworden, das ist richtig. Eddie schießt ja in Österreich momentan wieder Buden am Fließband. (schmunzelt)

SB: Passt es da ins Bild, dass Poulsen wieder als rechter Verteidiger verheizt wird?

Assauer: Ganz klar! Wir wissen inzwischen, wo seine Schwächen liegen. Genau da wird er eingesetzt werden.

SB: Dazu passt auch die Transferpolitik bei Trojan und Cziommer...

Assauer: Wir haben in Punkto Talente ein ganz klares Konzept: Sichten, verpflichten und gezielt vom Verein fernhalten. Wofür bezahlen wir denn sonst unsere Scouts? Im Ernst, wir können nicht einfach Spieler mit riesigem Potential bei uns herumlaufen lassen. Wo bleibt da die Geschlossenheit des Teams?

SB: Bleibt noch die Systemfrage!

Assauer: Die Viererkette funktioniert nicht, wir haben nicht das Personal dazu, also bleiben wir dabei!

SB: Herr Assauer, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

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Autor:
Sven Krumrey
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