25.02.2005 Reiner Maurer und Bernhard Trares - ein Hauch von 1994

Reiner Maurer strahlte in die Fernsehkameras. Er hatte wieder einmal alles richtig gemacht – wie schon so oft in diesem Jahr: Der TSV ist bestes Zweitligateam des Jahres, in der Rückrunde noch ungeschlagen und konnte nicht unverdient beim Favoriten in Duisburg 1:0 gewinnen. Mutig gab Maurer, Aufstiegsheld von 1994, gegenüber dem DSF die neue, alte Parole aus: Wir sind wieder mittendrin im Rennen um die Aufstiegsplätze.
Aber ist das der TSV 1860 wirklich? Richtig ist, daß die Mannschaft nach der Entlassung von Rudi Bommer entschlossener und kämpferischer zu Werke geht. Zeitweise waren die Sechziger nämlich so harmlos und ohne jede taktische Ausrichtung, daß sogar die vereinseigene D-Jugend ein Testspiel vereinbaren wollte und sich dabei gute Chancen ausrechnete. Unter Reiner Maurer aber wurden bereits die Spitzenteams aus Fürth und Duisburg geschlagen.
Gegen Erzgebirge Aue und RW Erfurt zahlten sich endlich lang vermisste Tugenden wie Kampfbereitschaft und Durchhaltevermögen aus. Fairerweise muß erwähnt werden, daß auch das Glück den Löwen hold war. Trotzdem scheint hier ein weiterer Aufstiegsheld von 1994, Co-Trainer Bernhard Trares, den Spielern etwas über Leistungsbereitschaft und Einsatzwillen vermittelt zu haben. Trares war in seiner aktiven Zeit selber ein Spieler, dem jede Schönspielerei für die Galerie fremd war, sondern der die Ärmel aufgekrempelte und durch seine kämpferische Leistung zu überzeugen wußte.

Allen Skeptikern zum Trotz hat sich der TSV 1860 tatsächlich an die Aufstiegsränge herangepirscht. Dennoch belasten die beiden herben Niederlagen in Saarbrücken und Aachen aus der Hinrunde das Torverhältnis noch immer schwer. Entsprechend gehandicapt, belegt der TSV deshalb nur Platz 6 der Tabelle. Allerdings stehen die Mannschaften so eng zusammen, daß sich schon am nächsten Spieltag ein völlig anderes Bild ergeben kann. Die Vorzeichen für die nächsten Wochen sind also positiv.

Sehr erfreulich war in der vergangenen Woche auch, daß die Führungsmannschaft der Sechziger mit dem US-Unternehmen "IMG" einen Deal aushandeln konnte, der die größten finanziellen Sorgen vorerst vergessen läßt. Doch auch hier gestaltet sich die Situation nicht anders als bei Otto Normalverbraucher, der sich auf Pump die schönsten Artikel für den persönlichen Gebrauch kauft. Seine eigenen vertraglichen Verpflichtungen geraten vorerst schnell in Vergessenheit, bis die Gläubiger immer hartnäckiger mit ihren Forderungen und Maßnahmen werden. Was also werden die Münchner Löwen zu diesem Deal beitragen? Eine "Pflichtaufstiegsklausel" bis 2006? Die Verpflichtung, in der AllianzArena den Fans anstatt Leberkäs-Semmeln und Bockwürsten nun Popcorn und Thunfisch-Wraps anzubieten? Oder etwa Cheerleader? So wäre an tristen Sonntagnachmittagen im November für Abwechslung der Fans gesorgt: Nur vorsichtshalber, falls es doch nichts wird mit dem Aufstieg.

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Autor:
Löwenfreunde Freising
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