13.03.2003 Gemach, gemach, Monsieur Blatter
Am Mittwoch rügte der FIFA-Präsident Blatter die Leverkusener Werkself ob ihrer Leistung bzw. ihrer Aufstellung. Bayer war nur mit einer B-Elf im Camp Nou aufgelaufen und hat sich nach Meinung des Schweizers dem FC Barcelona ergeben.
Natürlich ist es nicht toll für alle Fans oder die übertragenden TV-Sender, wenn sich ein Team hängen lässt. Allerdings hat sich die Leverkusener Mannschaft auch nicht vorschnell in ihr Schicksal ergeben. Vielmehr zeigte das Team von Trainer Hörster eine annehmbare Leistung und einige gute Tormöglichkeiten bis zum Rückstand. Dass das Team nach dem 0:1 auseinander fiel, war nicht Absicht oder Schonung, sondern das Übliche – Schema F eben, wie in der Bundesliga schon häufig gezeigt.
Abgesehen davon hat sich auch ein Herr Blatter nicht über den AC Mailand beschwert, der in der Vorrunde, nachdem man vorzeitig qualifiziert war, auch gerne die Stars schonte. Oder muss der Präsident der FIFA dann nicht auch Alex Ferguson rügen, da dieser Miss Beckham gut 70 Minuten im Spiel Manchester – Basel auf der Bank schmoren ließ?
Ich denke, der Verein und die Kicker selbst haben genug Probleme, das nötige Selbstvertrauen der letzten Saison wieder zu erlangen. Zudem stecken die Spieler schon genug Kritik durch die eigenen Fans und der Presse in diesem Land ein – das auch zurecht. Da ist dann ein Vergleich mit dem Spiel Deutschland – Österreich bei der WM 1982 in Spanien (1:0) wenig hilfreich. Der damalige Nicht-Angriffspakt der beiden Länder war von der Qualität um einiges schlimmer als die Leverkusener Partie in der Champions League.
Ein bisschen mehr Verständnis für die Handlungen eines sich in Abstiegsnöten befindenden Vereins hätte ich schon von Herrn Blatter erwartet. Aber so läuft halt das business. Im letzten Jahr in den Himmel gelobt, in diesem wird einem nahegelegt, doch gleich freiwillig auszusteigen.
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Autor: nudge | Anmerkungen? Kritik? Ab ins Forum |
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