14.12.2005 Fußball im Swingerclub
Der Mensch ist doch eigentlich ein Wunder. Da weiß man genau, dass man nicht gewinnen kann/wird, macht sich aber dann doch auf nach München um seinem FCK die Daumen zu drücken. Oder eher sich mal die neue „Arena“ anzuschauen. Wer weiß, in welcher Liga wir in den nächsten Jahren spielen.
Also auf in den Süden. Und da war es saukalt, irgendwie hatte ich die Temperaturen doch unterschätzt. Zum Glück gibt es Weihnachtsmärkte und da werden dann auch Mützen verkauft. Schal hat der gute Fan ja auch immer dabei. Was mir bei meinem ersten Auswärtsspiel seit langem auffiel (wahrscheinlich hat mich Janus da etwas sensibilisiert), ist das Verhalten einiger FCK-Fans. Gemäß dem alten ungarischen Sprichwort: „Es ist nicht schlimm, dass Gottes Zoo so groß ist. Schlimm ist, dass der Zaun so niedrig ist!“ Und Gottes Zoo, Abteilung Mannheim, Ludwigshafen – Südpfalz musste Ausgang gehabt haben.
Allerdings haben einige Bayern-Fans gut dagegengehalten, also war das Konto der Peinlichkeiten ausgeglichen.
Das Stadion ..äh.. die Arena macht schon Eindruck. Allerdings nicht besonders positiv. Da sie am Sonntag ja rot illuminiert war, hatte man permanent den Eindruck, man bewegt sich im Rotlichtviertel. Oder Zitat eines Mitfahrers: „Das Ding sieht aus wie ein riesiger Swingerclub.“ Womit die Atmosphäre gut getroffen war.
Innen kann man nicht meckern, der Blick auf das Spielfeld wird durch nichts verdeckt, auch wenn man relativ weit oben sitzt, kann man das Spielgeschehen noch gut erkennen.
Zum Spiel selbst muss man nicht viel sagen. Der FCK hatte definitiv zuviel Respekt vor den Bayern, die in der ersten Hälfte mehrere dicke Chancen vergaben. Das 1:0 war eine Standardsituation. Standard, was das katastrophale Abwehrverhalten des FCK anbelangt. Ballack köpft auch so selten Tore... O-Ton meines Sitznachbarn (eingeschmuggelter Gladbach-Fan): „Marcello Pletsch, der einzige Brasilianer, der nicht Fußball spielen kann.“ Er muss es ja wissen.
Der Ausgleich war einer der besten Spielzüge, die ich diese Saison vom FCK gesehen habe. Leider hat es nicht gereicht, da die Bayern durch einen Elfmeter in Führung gingen und Erwin Skela den Elfmeter für den FCK dermaßen kraftlos und unplatziert geschossen hat, das sich die „BILD“ ihre „Kahn-Titan“-Schlagzeile hätte sparen können.
Der Punktgewinn hätte ein durchaus positives Signal für das Nachholspiel gegen Frankfurt sein können. Aber „erst hatten sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu“.
Nach dem Spiel war ich sehr verwundert, wie schnell die Zuschauermassen abgeflossen sind, da bin ich aus Berlin anderes gewohnt. Jedenfalls was das U/S-Bahn-Fahren angeht.
Fazit: Die Arena kann man sich anschauen, ein Muss ist es nicht. Und für meine „roten Teufel“ sehe ich im Moment eher schwarz. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
In diesem Sinn
Meyer
|
|