23.11.2002 Neues aus der Welt des Fußballs

Fieldgoal mit Boxerhandschuhen und Tasmanischen Beutelteufeln

Es gibt wenig Sportarten, mit denen man Axel Kruse nicht Verbindung bringen könnte. So hatte der ehemaliger Stürmer von Hertha BSC und Eintracht Frankfurt, bekennender Boxanhänger und Freund von Graciano "Ick hau Dir wat uff de Fresse" Roccigiani nach Beendigung seiner Fußballerlaufbahn die Fußballschuhe bekanntlich anbehalten und für die Footballer von Berlin Thunder statt gegen das runde, gegen das ovale Ei getreten.
Mit 35 ist er für einen Kicker in der NFL Europe ja auch nicht zu alt (siehe Manni Burgsmüller).
Nun hat Axel Kruse das Traineramt bei Tasmania Berlin übernommen, fest davon überzeugt, den "Negativ-Bundesliga-Rekordhalter" zumindest wieder von der Verbands- in die Oberliga zu führen.
Wollen wir mal hoffen, dass die Tasmania nicht zukünftig in der Statistik als das Team auftaucht, welches die Bälle mit Abstand am weitesten über das Tor drischt.

Walisische Ente süß-sauer

Cardiff City hat sich die Dienste des 107-fachen chinesischen Nationalspielers Fan Zhiyi gesichert.
Der 33-jährige Verteidiger köpfte und grätschte bis vor kurzem noch für Chrystal Palace (1st Division) die Bälle aus dem Strafraum. Auf seinen Wechsel angesprochen, sagte Zhiyi: "Ich bin zu Cardiff gewechselt, weil ich der Meinung bin, dass wir in die Premier League aufsteigen können."
Vielleicht hätte Cardiffs Manager Lennie Lawrence dem guten Mr. Zhiyi sagen sollen, dass Cardiff in der 2nd Division, also unserer Regionalliga entsprechend, spielt und selbst im Falle eines Durchmarsches Zhiyi fast 36 Jahre alt ist, bevor er einmal in den Genuss kommt, in der Premiere League gegen die Kunststoffpille zu treten.

Auf seine alten Tage

Rainer Rauffmann schnürte die Fußballschuhe einst u.a. für Eintracht Frankfurt und wechselte vor einigen Jahren ins wunderschöne Urlaubsland Zypern.
Dort heimst der ehemalige Deutsche jährlich die Torjägerkanone für seinen Klub Omonia Nikosia ein.
Irgendwann kam dann der Verband auf die grandiose Idee, Rauffmann die zypriotische Staatsbürgerschaft anzubieten. Gesagt, getan. Rainer, der mittlerweile auf den klangvollen Namen "Rauffmannosis" hört, streifte sich sogleich das blaue Nationaldress seines neuen Heimatlandes über und stürmte für nun auch Zypern.
So auch vergangenen Mittwoch, als es in der EM Qualifikation Gruppe 1 zum Kellerduell zwischen Zypern und Malta (beide 0 Punkte) kam. Zypern bezwang, dank des Tors von Rauffmann zum 1:0, die Malteken mit 2:1.
Zypern hat somit seine ersten Punkte und Malta (Torschütze zum 1:2 war der Lauterer Mifsud) immerhin sein erstes Tor in der Qualifikation erreicht.

Wieder nix

Luxemburg hatte sich die Kapverden nach Hause eingeladen, um endlich mal ein Länderspiel zu gewinnen (wie im letzten Artikel erwähnt).
Nun kam es also am letzten Mittwoch zu dem hochdramatischen Duell dieser beiden Fußball-Giganten.
Es wurde ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Gäste durch Claudio Aguiar zwei hervorragende Torchancen hatten. Doch Luxemburgs Keeper Alija Besic vereitelte beide Versuche.
Da ansonsten niemand großes Interesse zeigte, ein Tor zu erzielen, geschweige denn das Spiel zu gewinnen, trennten sich Luxemburg und die Kapverden am Ende mit 0:0. Nun müssen die Kicker aus dem Benzinparadies weiter auf einen Sieg warten und die Kapverden (unbestätigte Gerüchte besagen, dass der komplette Kader mittlerweile an Grippe erkrankt sei) fliegen zurück in ihre warme Heimat.

Geoutet

Ryan Giggs plapperte in einem Interview fröhlich vor sich hin und so entlockte der Reporter dem ManU Spieler, dass dieser derzeit lieber für sein Heimatland Wales als für seinen Geldgeber Manchester United gegen den Ball tritt. Denn die Waliser spielen im Moment erfolgreicher als der Tabellen-Fünfte der Premier League.
Sir Alex Ferguson wird dieses Zitat nicht gerne gehört haben, waren die Leistungen seines Starensembles in den letzten Wochen bekanntermaßen durchwachsen.
Der Coach sollte seinem Spieler vielleicht einmal eine Kostengegenüberstellung überreichen, die dem guten Ryan verdeutlicht, dass er durch die Kicks für seine Auswahlelf, wenn er so sein Geld verdienen würde, wohl eher zusätzlich als Fabrikarbeiter anheuern müsste. Da spielt es auch keine Rolle, dass beide Mannschaften in roten Trikots auflaufen.

Hinter Glas

Wer sich in der kommende Woche die neueste Version des Spielklassikers Fußball Manager 2003 von EA Sports kauft, wird alsbald mit dem grinsenden Gesicht unseres beliebtesten Ex-Kickers, Lothar Matthäus, konfrontiert werden.
Denn immer dann, wenn der gestresste PC-Manager nicht mehr weiter weiß, oder Lothar meint, mehr als der Manager zu wissen, erscheint der Loddar auf dem Monitor und gibt seinen Senf dazu. Ungefragt wie immer, natürlich.
Ein Feature, dass hoffentlich keine allzu große Wellen schlägt. Denn sollte diese Sache Schule machen, frage ich mich, was in Zukunft noch so alles auf uns verzweifelte Spieler zukommt.
"Leisure Sweet Larry 9" feat. Bill Clinton als Abschlepp-Helfer? Georg W. Bush Jr. präsentiert "Soldier of Fortune 3"? Olli Kahn als Gegenspieler von Guybrush Threepwood in "Monkey Island 5"? Oder vielleicht "NHL 2004" mit der ultimativen Hanson Brother Mod?

In diesem Sinne viel Spaß beim Prominenten-Game-zocken, und demnächst mehr in diesem Theater.

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Autor:
Thomas Brückmann
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