 | Gerhard Mayer-Vorfelder 10,1 % Jetzt ist es soweit, jeder regt sich auf, dass Klinsmann nach dem großartigen Sieg gegen die Chinesen (immerhin ein Milliardenvolk) die erstbeste Maschine nach Sunshine California genommen hat. Es gibt viele Gründe für einen Wohnsitz außerhalb deutschen Hoheitsgebietes, probieren wir es doch einfach mal mit diesem:
Es ist wahrscheinlich der selbe Grund, warum Lichtgestalt Franz Beckenbauer seinen Wohnsitz ins österreichische Kitzbühel verlegt hat, warum Jan Ullrich in der Schweiz oder Heinz-Harald Frentzen in Monaco wohnen, es ist natürlich die Steuer. Nur um ein wenig Solidaritätsbeitrag zu sparen muss sich unser Jürgen mindestens das halbe Jahr außerhalb Deutschlands aufhalten. Täte er dies nicht, würde er sein gesamtes Einkommen mit Vater Staat teilen.
Die Suche nach dem Schöpfer des Vertragswerkes, das Deutschland einen in Amerika wohnenden Team-Chef beschert hat, gestaltet sich auch nicht weiter schwierig, und führt zu einer bekannten Adresse. Mayer Vorfelder natürlich, schwäbisch artverwandt und ohnehin verzweifelt, - von der Angst, tatsächlich Lothar eistellen zu müssen zusätzlich angetrieben – hatte einfach zu großes Verständnis für Jürgens Steuersparmodell. Die Quittung sind ein Bundestrainer, der sich für jeden Tag in Deutschland bitten lassen muss, sowie ständige wie überflüssige Konflikte, die man in Anwesenheit locker hätte klären können. Für diese großartige Managerleistung hat MV die Krone verdient. |  | Michael Henke 16,0 % Regelrecht aufgedrängt für einen heißersehnten Platz in der Kandidatenliste zum Tor des Monats hat sich Michael Henke, ehemaliger Münchner Co-Trainer und Noch-Verantwortlicher für den 1.FC Kaiserslautern. Als erste Amtshandlung hat Henke es geschafft, alle Stürmer bis auf Halil Altintop und Chancentod Carsten Jancker zu vergraulen, und steht jetzt, wo Neueinkauf Sanogo doch nicht die erhoffte Weltklasse verkörpert und Altintops Ausnahmespiele seltener werden, völlig ohne Sturm da. Trotz Abstiegsplatz und wochenlanger Sieglosigkeit sowie einer Serie von vier Spielen ohne Tor besitzt Henke die Torheit zu sagen: „Wir brauchen keine weiteren Stürmer, wir sind vorne zwar dünn, aber gut besetzt.“ Auch ein weiteres törichtes Henke-Zitat darf nicht unerwähnt bleiben. Der Ausruf „Scheiß-Ossi“, - nur aufgrund rhetorischer Schwächen mit sieben anstatt zehn möglichen Punkten auf der Edmund Stoiber-Skala bewertet - als Bezeichnung für einen ostdeutschen Spieler, der nicht sofort den Ball ins Aus spielt, soll hiermit nochmals als Extrabeitrag zur innerdeutschen Verständigung gewürdigt werden. Henke sollte doch mal einen Blick in seinen momentanen Lauterer, beziehungsweise ehemaligen Bayern-Kader werfen. Erstaunlich, mit wie vielen „Scheiß-Ossies“ der frühere Zweitligaspieler schon zusammenarbeiten musste. |  | Pascal Zuberbühler 3,1 % Der ehemalige Leverkusener Torhüter bleibt seinem mühevoll erworbenem Ruf als Nacheiferer Oliver Recks auch als Schweizer Nationalkeeper treu. Mit drei Kapitalfehlern in drei aufeinanderfolgenden Länderspielen (gegen Israel, gegen Zypern und gegen Frankreich) und drei daraus resultierenden Gegentoren verloren die Eidgenossen den direkten Qualifikationsplatz doch noch an das Team aus Frankreich. Ob Zuberbühler seine Mission vollenden kann, werden die Relegationsspiele zeigen, Gelegenheit wird es gegen offensiv starke Türken hinreichend geben... |  | Jens Nowotny 7,8 % Obwohl sportlich nach dem 37. Kreuzbandriss längst Geschichte, scheint Nowotny keine Methode zu schade, um nicht voreilig aus den Schlagzeilen zu verschwinden. Gerichtliches Vorgehen gegen Bayer 04 Leverkusen wechselt sich ab mit ungerechtfertigter Hoffnung auf Begnadigung. Wer derart das Gespür für Konfliktlösungen vermissen läßt, sollte im Nachhinein wenigstens nicht herumjammern, wenn der Arbeitgeber auch mal Zähne zeigt... |  | Wolfgang Holzhäuser 2,0 % An dieser Stelle zitiere ich einfach mal aus einem Text des kicker–Sportmagazins: „Welche Berater Wolfgang Holzhäuser auch immer hat, wirklich gute können es nicht sein. Der Mann, den der Kölner 'Express' den 'König der Fettnäpfchen' taufte, ließ auch am Samstag die Gelegenheit nicht verstreichen, sich durch eine unbedachte Äußerung ins Fadenkreuz der Kritik zu stellen. 'Sport macht der Rudi', richtete der Leverkusener Geschäftsführer denjenigen aus, die nach der Pleite von Mainz ein Statement von ihm wollten. 'Sport macht der Rudi' soll heißen: Wochen und Monate haben die Kritiker Holzhäuser die Kompetenz abgesprochen, jetzt sollen sie halt sehen, wo sie bleiben. Ätsch! Doch: Sport macht "nicht der Rudi", Sport machen die, die in kurzen Hosen auf dem Platz rumlaufen und mit ihren Leistungen dafür sorgen, dass Bayer Leverkusen nicht zur Ruhe kommt. Bayer im Herbst 2005 - der Blick geht nach unten und ansonsten bis zum nächsten Spiel. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Ansammlung von Nationalspielern die Kurve kriegt, sich auf ihren Job besinnt, auf die Pflicht gegenüber dem Arbeitgeber. Gelingt dies nicht, wird es bitter. Für Rudi noch am wenigsten.“ |  | FC Schalke 04 31,7 % Es gehört schon einiges an Arroganz dazu einem Aufsteiger nach sieben Spieltagen die Bundesligatauglichkeit abzusprechen, besonders dann, wenn man diesen selbst nur knapp mit 1:0 bezwingen konnte. Noch besser wird es allerdings, wenn man sich drei Wochen später von der selben Mannschaft nach allen Regeln der Kunst vorführen und vermeintlich zweitklassige Abwehrspieler des Gegners im eigenen Strafraum nach Belieben kombinieren lässt. Am Ende steht ein 6:0 hochmotivierter Frankfurter gegen desolate Schalker, und die Frage, ob sich Kuranyi, Bordon und Co. nicht lieber erst mit Saarbrücken oder Ahlen messen sollten, bevor sie sich bei einem Abstiegskandidaten, pardon, bei einer nicht ligatauglichen Thekentruppe, blicken lassen. |  | Lutz Wagner 14,8 % Unter allen Schiri-Fehlleistungen der vergangenen Wochen, man erinnere sich bitte an Schalke-Bayern, Berlin-Bremen, oder Köln-München, heben sich die von Lutz Wagner noch einmal besonders hervor. Es bedarf schon einer gehörigen Portion Unvermögens, wenn man innerhalb von drei Wochen je einmal mit der kicker-Note 5,5 beziehungsweise 6 gewürdigt wird. Vielleicht wäre es mal, auch im Interesse der anderen Unparteiischen, angebracht, Herrn Wagner eine kleine Pause zu gönnen, schließlich sollen die Leistungen der Spieler, nicht die des Schiedsrichters, für das Resultat des Spiels ausschlaggebend sein. |  | VfL Osnabrück 14,5 % Wenn man gegen einen Mitkonkurrenzen wie RW Essen 1:2 verliert und das im Wesentlichen, weil 4 eigene Spieler des Feldes verwiesen wurden, ist ein gewisser Ärger verständlich. Dem Schiedsrichter, der zumindest in 3 Fällen absolut richtig lag, körperliche Gewalt anzudrohen, auf der offiziellen Homepage umverblümt von Betrug zu reden und sogar noch Protest gegen die Spielwertung einzulegen, das ist allerdings ziemlich abenteuerlich. Die Herren Wollitz und Rasch sollten mal etwas Nachhilfe in Betragen nehmen, dann kämen sie auch darauf, dass man in einer ohnehin aufgeheizten Atmosphäre versucht, beruhigend auf die Mannschaft einmzuwirken, anstatt sich wie Rumpelstilzchen aufzuführen um zwei Tage nach dem Spiel zuzugeben, dass man sich doch eher an die eigene Nase zu fassen hat. |
zum Ergebnis der Wahl zum Toren des Monats September
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